Die Anfänge des Frauenhandballs

Kaum jemand weiss, dass Handball ursprünglich ein Spiel war, das zuerst von Frauen gespielt wurde. Neben einigen Ballspielen in grauer Vorzeit, u.a bei den Chinesen, kann man als Vorläufer das „Heisersche Torballspiel“ bezeichnen, welches bereits 1907 in Deutschland gespielt wurde. 1917, drei Jahre früher als bei den Herren, wurde Handball in seiner heutigen Form in Berlin durch Frauenmannschaften ausgetragen. Lange, sehr lange dauerte es, bis dieses Spiel für Frauen auch in der Schweiz eingeführt wurde. 1947 erfolgte die Gründung des DHC Zürich und 1952 entstand als zweiter Verein in der Schweiz aus den Reihen der LAS Brühl der DHC St. Gallen, wie zuerst der Name lautete. Spielgelegenheiten waren anfangs rar. Ausser Freundschaftsspielen und Turnierbesuchen – meist im benachbarten Ausland – waren keine Möglichkeiten vorhanden.

1968/69 wurde erstmals eine inoffizielle Schweizer Meisterschaft gestartet. Acht Mannschaften nahmen daran teil. Mit der Einführung des offiziellen Meisterschaftsbetriebes im Jahre 1969 wurde der Frauenhandball in unserem Verein ernsthaft betrieben und regelmässig trainiert. Damit begann eine geradezu beispiellose Siegesserie. Die erste Mannschaft blieb 8 Jahre in der Meisterschaft unbesiegt und gewann in der Schweiz alles, was es zu gewinnen gab. Ab 1969 bis 1977 wurde in ununterbrochener Reihenfolge der Schweizermeistertitel errungen: 8x in der Halle, 3x im Kleinfeld, 3x im Sommerpokal.

In der Saison 1970/71 wurde dann erstmals im Europacup mitgespielt. Der Gegner hiess Dimitrov Sofia. Auch in den Saisons 1973/74 (gegen Spartak Kiew) und 1976/77 (gegen Idem Hellas Den Haag) beteiligten sich die Brühlerinnen am Europacup. Trotz der hohen Niederlagen lohnte sich das Abenteuer, zumal die Publizistik für den Frauenhandball in der Schweiz ausserordentlich gross war. So sahen z.B. 1000 ZuschauerInnen das Spiel gegen die Russinnen, welches in der Steinachhalle ausgetragen wurde.