Meisterliche Leistung

POKAL ⋅ Die Handballerinnen des LC Brühl deklassieren im entscheidenden dritten Spiel des Playoff-Finals den LK Zug 39:24. Damit wird das Team zum 30. Mal Schweizer Meister.

Sarina Bischoff / Tagblatt

Nach 20 Minuten beschlichen gestern Nachmittag in der Sporthalle Kreuzbleiche den einen oder anderen die Gedanken, ob es das nun schon gewesen sei. In der Tat führten die Brühlerinnen zu diesem Zeitpunkt bereits mit zehn Toren (15:5) und schienen alles im Griff zu haben. 40 Minuten später, mit dem Schlusspfiff, war der 39:24-Kantersieg der St.Gallerinnen vor 910 Zuschauern Tatsache. «Es ist unbeschreiblich», sagte Torhüterin Sladana Dokovic nach der Partie, «wir haben eine perfekte Leistung abgerufen.» Und ihre Teamkollegin Stephanie Haag ergänzte: «Es fällt ein riesiger Stein vom Herzen, denn der ganze Druck hat sich gelöst. Wir wussten, dass wir es selbst in der Hand hatten, zu gewinnen.»

Am vergangenen Dienstag im Spiel zwei des Playoff-Finals hatte bei den Ostschweizerinnen nichts zusammenpasst. «Wir haben die Fehler und das Potenzial, welches in unserem Team steckt, nochmals hervorgehoben. Dies haben die Spielerinnen umgesetzt und zum richtigen Zeitpunkt das beste Spiel gezeigt», resümierte Trainer Werner Bösch. Brühl behielt die stabile Deckungsarbeit bei und traf nun – im Gegensatz zum vergangenen Dienstag – im Angriff mit Leichtigkeit. So stand bereits zur Pause fest, wer der neue Schweizer Meister sein wird, denn das Heimteam aus St.Gallen liess in der ersten Halbzeit zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel daran aufkommen, dass sie die Partie gewinnen würden.

Entscheidung in der ersten Halbzeit

Die Gastgeberinnen waren von Beginn weg parat und zeigten den Willen und Einsatz, um das Spiel zu gewinnen. Zug konnte einzig am Anfang 2:0 in Führung gehen, hatte dann aber keine Chance mehr gegen die dominierenden St.Gallerinnen. Diese nutzten ihre Möglichkeiten konsequent aus, vermochten sowohl defensiv als auch offensiv zu überzeugen und bauten ihre Führung kontinuierlich aus. In der Verteidigung arbeitete Brühl gut zusammen und sollte einmal ein Ball passieren, stand da Sladana Dokovic, die in den ersten 30 Minuten 14 Paraden zeigte. «Ich bin froh, konnte ich dem Team ein guter Rückhalt sein», sagte Dokovic nach der Partie. Auf einen Ballgewinn folgte sodann die schnelle Angriffsauslösung. Alleine durch Gegenstösse und schnelle Auslösungen erzielten die Brühlerinnen insgesamt 15 Treffer. Bei Brühl klappte alles, während Zug in der Verteidigung nicht konsequent genug und im Angriff hilflos war. Ballverluste, die immer grösser werdende Tordifferenz und die schwindende Chance auf den Titel waren die Folge.

Auch in der zweiten Halbzeit änderte sich nichts mehr. Brühl baute seinen Vorsprung weiter aus, und Zug schien bereits aufgegeben zu haben. So sicherte sich der LC Brühl dank des 39:24-Erfolgs endlich den 30. Schweizer-Meister-Titel. Auf diesen mussten sie seit 2012 und dem bisher letzten Playoff-Erfolg warten. Obwohl Brühl sowohl 2013, ebenfalls gegen Zug, und 2016, gegen die Spono Eagles, im Final stand, konnte es nicht reüssieren. Die Ostschweizerinnen verloren beide Vergleiche deutlich mit 0:3 (Best-of-Five-Serie) gegen Zug und 0:2 (Best-of-Three-Serie) gegen die Nottwilerinnen. «Nur» mit 2:1 – dafür umso schöner ist nun der 30. Titel in der Vereinsgeschichte des erfolgreichsten Schweizer Clubs im Frauenhandball. «Wir haben eine perfekte Teamleistung gezeigt», sagte die zurücktretende Haag, «dies war sicherlich einer der Schlüssel.» Auch Trainer Bösch zeigte sich glücklich: «Mit dem Doublegewinn diese Saison sind wir sicherlich sehr zufrieden.»

Playoff-Final (best of 3). 3. Runde:
Endstand 2:1

LC Brühl Handball – LK Zug 39:24 (21:9)

Kreuzbleiche – 910 Zuschauer – Sr. Cappoccia/Jucker.
Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen den LK Zug.

LC Brühl: Dokovic (1.–52.)/F. Schlachter (für 2 Penaltys und ab 52.); Ussia (1), Özcelik (4), Goricanec (6), Mustafoska (5/3), R. Kündig (3), Wenger (1), Fink (3), Fudge (2), Oberli (3), Haag (4), Murer (2), K.Kündig (5).

LK Zug: M. Betschart (1. –21./27.–51.)/Stocker (21.–27./51.–60.); Traber (5), Scherer (7/2), Müller, Gautschi (4), Stutz (3/1), D. Betschart, Javet, Estermann (1), Masset, Gwerder (3), Kägi (1), Smitran.

Bemerkungen: Zug ohne Ravlic, Van Polanen. Brühl ohne Koslowski, M. Schlachter. – Verhältnis vergebener Penaltys 1:3.

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