(Tagblatt) Die St.Galler NLA-Handballerinnen sichern sich durch einen deutlichen 34:24-Auswärtssieg beim LK Zug den 31. Meistertitel der Clubgeschichte. Er ist Erfolg des gesamten Teams.

Mitte der zweiten Halbzeit setzte der LC Brühl zum Schaulaufen an. Die überragende Laura Schmitt erzielte mit makelloser Quote ihre Tore Nummer acht, neun und zehn. Erst beim elften Versuch scheiterte die Linkshänderin erstmals.

Doch zu diesem Zeitpunkt war die Partie beim Stand von 28:18 für die St.Gallerinnen längst entschieden. In Sachen Spektakel legte die umsichtige Regisseurin Kerstin Kündig bei ihrem Heber von der Siebenmeter-Linie in der 50. Minute noch einen drauf. Danach war es nur noch ein Warten auf den Schlusspfiff.

Die Spielerinnen jubelten und umarmten sich, es flossen Tränen der Freude und der Erleichterung. Vor allem für Schmitt, die nach einem Kreuzbandriss kurz davor war, ihre Karriere zu beenden, war das letzte Spiel der Saison ein emotionaler Höhepunkt. «Ich bin dem Team so dankbar. Ich wollte etwas zurückgeben», sagte sie.

Mit zehn Toren hat der 33-jährige Captain dies eindrucksvoll getan. «Ich konnte es nicht fassen, dass jeder Schuss ein Treffer war. Nach der Verletzung war das noch meine grösste Baustelle.» Während ihrer Abwesenheit sprangen andere wie die 16-jährige Malin Altherr in die Bresche. Auch ihr war in der 57. Minute noch ein Tor vergönnt. Insgesamt war der 31. Meistertitel Brühls ein Erfolg des ganzen Teams, denn aufgrund vieler Verletzungen waren über weite Strecken der Saison auch die jungen, eher unerfahrenen St.Gallerinnen gefordert.

Das fast perfekte Spiel

Saison-Topskorerin Kathryn Fudge, die sechs Treffer erzielte, brachte es auf den Punkt: «Jede hat ein Puzzleteil zum Titel beigetragen.» Sie selber war froh, konnte sie im Playoff-Final ein wenig Verantwortung abgeben, dachte aber auch an die Kolleginnen, die fast nicht zum Einsatz kamen. «Wir vergessen nicht, was sie geleistet haben.» Nach dem Erfolg machten sich die Brühlerinnen auf, um den Meistertitel in St.Gallen zu feiern. Der LC Brühl war in diesem zweiten Finalspiel schlicht die abgeklärtere Equipe.

Das Team von Trainer Rolf Erdin lieferte auf den Punkt ab. Etwas, das man von den Zugerinnen nicht behaupten kann. Das junge Team fand das ganze Spiel über nicht in die Partie, produzierte zu viele technische Fehler und gewährte den St. Galler Offensivspielerinnen zu viel Platz. Die Vorentscheidung fiel schon in der ersten Halbzeit, als die Brühlerinnen sowohl in der Abwehr als auch in der Offensive bis zur 25. Minute das fast perfekte Spiel ablieferten. Im Tor brillierte Goalie Fabia Schlachter mit einer zwischenzeitlichen Abwehrquote von 50 Prozent. Vorne führte Kerstin Kündig gekonnt Regie. Auffällig war vor allem die Vielzahl an Angriffsvarianten. Nach etwas mehr als 20 Minuten reihten sich bereits acht verschiedene Spielerinnen unter die St.Galler Torschützinnen.

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