(ss) Am Samstagabend traf die zweite Mannschaft des LC Brühl auf den bisher ungeschlagenen Gegner aus Leimental. In einem emotionalen Spiel konnten die St. Gallerinnen die Nerven behalten und die zwei Punkte mit in die Ostschweiz nehmen.

Mit dem Bewusstsein der schwierigen Ausgangslage machten sich die Brühlerinnen auf den Weg nach Basel. Die Mannschaft aus Leimental war perfekt in die Meisterschaft gestartet und musste noch keinen einzigen Punkt abgeben. Die St. Galler Equipe hingegen hatte eine intensive Woche hinter sich, wobei das Cupspiel am Dienstag nur knapp gewonnen werden konnte.

Doch weder die lange Reise noch die müden Beine war der Gastmannschaft zu Beginn des Spiels anzumerken. Die Brühlerinnen legten los wie die Feuerwehr und setzten den Gegner aus Basel mit attraktivem Tempospiel unter Druck. In der Offensive gelang dem jungen Team zu Beginn beinahe alles. Doch die Heimmannschaft konnte, was das Tempo im Angriff betrifft, dagegenhalten und stellte die Brühler Spielerinnen mal für mal vor Probleme. Nach sieben gespielten Minuten fand der Ball insgesamt bereits 16 Mal den Weg ins Tor. Nun stellte sich die Frage, welchem Team es gelingen sollte, dieses Tempo durchzuziehen. Weiter musste die Mannschaft von Martin Gerstenecker und Gallus Schlachter in der Verteidigung zwingend besser stehen und Überzahlsituationen durch clevere Entscheidungen verhindern. Dies gelang den St. Gallerinnen in der zweiten Phase der ersten Spielhälfte hervorragend und sie konnten den Vorsprung etwas ausbauen. Danach waren aber die Baslerinnen wieder vermehrt erfolgreich und konnten bis zur Pause bis auf ein Tor anschliessen.

Der Beginn der zweiten Halbzeit verlief sehr ausgeglichen und alles deutete auf ein spannendes Spiel hin. So kam es dann auch: Um jeden Ball wurde gekämpft und jede erfolgreiche Aktion wurde bejubelt. Die Körpersprache der Ostschweizerinnen, welche bisher nicht immer allzu lobenswert war, widerspiegelte die Gedanken der Spielerinnen. Jede einzelne Spielerin wollte den Sieg unbedingt und war gewillt, alles dafür zu geben. Mit viel Druck aufs Tor und geduldigem Angriffsspiel konnten sich die Brühlerinnen gegen die aggressive Basler Abwehr immer wieder durchsetzen. Erlaubte sich der LC Brühl allerdings einen der seltenen technischen Fehler, wurde dieser sofort mit einem Gegenstoss bestraft. Zwei Minuten vor Spielende konnten die Baslerinnen mittels Siebenmeter nochmals ausgleichen. Das Ostschweizer Team behielt jedoch die Nerven und erzielte wiederum einen viel umjubelten Treffer. Die letzten Sekunden verstrichen und die Brühler Abwehr liess nur noch einen letzten abgelenkten Wurf zu.

Der Schlusspfiff ertönte und die Freude über den Sieg war den Brühlerinnen regelrecht ins Gesicht geschrieben. Spielerin über Spielerin strahlte bis über beide Ohren. Auch einige Stunden nach dem Sieg sind die jungen Brühlerinnen noch voller Euphorie, das temporeiche Spiel mit insgesamt beinahe 70 erzielten Toren gewonnen und dem Tabellenführer die ersten zwei Punkte abgenommen zu haben. Mit diesem Sieg rückt die Tabelle noch enger zusammen und die Brühlerinnen liegen vorläufig auf dem 5. Zwischenrang nur noch 2 Punkte hinter dem Tabellenführer HSG Leimental zurück. Alles deutet momentan auf eine sehr ausgeglichene und spannende Meisterschaft und das Team ist sich bewusst, dass hart weitergearbeitet werden muss, um den Aufwärtstrend zu bestätigen und weiter um die Plätze in der Finalrunde mitmischen zu können. Dafür muss insgesamt die Defensive zwingend verbessert werden. Mit einem Durchschnitt von fast 30 erhaltenen Toren pro Spiel kann man in einer solchen Liga nicht bestehen.

 

HSG Leimental – LC Brühl II 34:35 (17:18)
Binningen Spiegelfeld – Bächli David / Sejdaj Samir
Strafen: 1 mal 2 Minuten gegen HSG Leimental, 3 mal 2 Minuten gegen LC Brühl II

HSG Leimental: Köster (12 Paraden), Steiner (1 Parade), Czerwenka (3), Herrera (3), Jutzi, Krieger (6), Lorenz (7/1), Mathys Aline (4), Mathys Stephanie (2), Reinders, Schoeffel (4), Zimmerli (5)

LC Brühl II: Giger (7 Paraden), Ackermann, Albrecht Fabienne (4), Brunner (6/2), Emery (1), Hohl (3), Inauen, Roth, Schnider (2), Schnyder (6), Solenthaler (8), Stacher (5)