(mg) Am Sonntag, 10. September 2017 startet die Meisterschaft. Dann trifft das SPL2-Team des LC Brühl um 15:15 Uhr in der Wartegghalle in Goldach auf Aufsteiger HC Goldach-Rorschach. Pünktlich zum Saisonstart hier die grosse SPL2-Vorschau.

Es geht wieder los, die Teams der Spar Premium League 2 stehen in den Startlöchern um ab 9. September wieder um die Meisterschaft, den Aufstieg oder gegen den Abstieg zu kämpfen. Das blutjunge Brühler Team (14 der 16 Kaderspielerinnen sind gerade einmal 21 Jahre alt oder jünger) trifft dabei auf harte Konkurrenz, wird wieder die Marathonreise nach Yverdon antreten dürfen und freut sich auf mindestens zwei Lokalderbys gegen Goldach/Rohrschach.

Mit dem Aufsteiger vom Bodensee treten in dieser Spielsaison also zwei Teams aus dem Kanton St. Gallen in der zweithöchsten Schweizer Spielklasse an. Naturgemäß ist so ein Gegner schwer einzuschätzen, hoch motiviert sind die Damen von Roger Bertschinger jedoch auf jeden Fall. Goldach/Rorschach setzt dabei auf Spielerinnen aus der Region und kann auf eine ausgezeichnete Vereinsstruktur zurückgreifen. Auch wenn das offizielle Mannschaftsziel „Klassenerhalt“ bescheiden formuliert ist, darf man sich von diesem Team doch durchaus einiges erwarten – zum Vergleich: die letztjährigen Aufsteiger Leimental und Yverdon klassierten sich am Ende auf den Rängen 5 und 6, waren dabei nie wirklich abstiegsgefährdet; eine Leistung, die man auch GoRo zutrauen darf.

Die zweite „neue“ Mannschaft in der SPL2 ist einer der beiden Absteiger aus der SPL1, ATV/KV Basel. Nach einer schwierigen Saison, in der recht früh die Wegweiser Richtung SPL2 deuteten, will die Mannschaft neu durchstarten, wurde mit Spielerinnen aus der eigenen Zweitmannschaft, die sich eigentlich in der 1. Liga aus eigener Kraft souverän für die SPL2 qualifiziert hätte, ergänzt, wodurch die Abgänge wohl durchaus zu kompensieren sein werden. Wenn es diesem Team gelingt neu durchzustarten und zu einer Einheit zusammen zu wachsen, darf man vom ATV/KV Basel einiges erwarten.

Komplettiert wird das Trio der in diesem Spieljahr neuen Teams vom BSV Stans, die letztlich überraschend in der Barrage gegen den HV Herzogenbuchsee ihren Platz in der SPL1 verspielten. Dabei war das Team deutlich stärker als die Mannschaft es auf dem Spielfeld zu zeigen vermochte. Es war – vor allem gegen Ende der Vorsaison – irgendwie „der Wurm drin“ beim BSV. Wenn der Knoten jedoch gelöst werden kann, gehören die Stanserinnen jedoch sicher zum Favoritenkreis in der diesjährigen Meisterschaft, ist ihnen sogar der direkte Wiederaufstieg zuzutrauen.

Der große Favorit kommt in diesem Jahr jedoch aus dem Leimental. Die dort angesiedelte HSG wurde schon im letzten Jahr vor allem durch zahlreiche Verletzungssorgen gebremst, konnte jedoch ein ums andere Mal überzeugen und lange mit dem letztjährigen Ligadominator aus Zürich mithalten. Bleiben die Spielerinnen des zweiten Basler Clubs weitgehend von Blessuren verschont und können erweisen sich die Neuzugänge als die erwarteten Verstärkungen, ist für den Liga-5. der vergangenen Saison auch der Aufstieg in die höchste Spielklasse kein Ding der Unmöglichkeit.

Ganz in den Westen darf man in diesem Jahr auch: Yverdon konnte im Vorjahr vor allem durch eine enorme Heimstärke überzeugen, auswärts in der Romandie zu gewinnen war für viele Mannschaften ein Ding der Unmöglichkeit. Diese Heimstärke wird wohl wieder der große Trumpf des letztjährigen Aufsteigers sein, wobei man über die Kaderzusammensetzung hier noch nicht viel sagen kann. Vermutet werden darf, dass der Verein seine Fühler nach Verstärkungen auch in das nahe Frankreich ausgestreckt hat – man darf sicher gespannt sein, wie sich dieser Gegner in seiner zweiten SPL2-Saison präsentiert.

Beim Christoph Sahlis Girls der zweiten Equipe des LK Zug heißt es ähnlich wie beim LC Brühl jedes Jahr ein bisschen „Jugend forscht“. Konsequent werden junge Talente aus der U18-Mannschaft in das SPL2-Team eingebaut – das braucht zwar manchmal etwas Zeit, die nachhaltige Arbeit trägt jedoch bereits im Saisonverlauf regelmäßig erste Früchte. Zusätzlich darf damit gerechnet werden, dass junge Spielerinnen des erweiterten SPL1-Kaders, die Spielpraxis erhalten sollen, öfters in der zweiten Mannschaft eingesetzt werden. Gegen diesen talentierten und sicherlich hoch motivierten Gegner wird es – wie auch in den Jahren zuvor – für alle Kontrahenten wieder extrem schwierig zu bestehen.

Auch der zweite Mannschaft der Spono Eagles darf wieder einiges zugetraut werden, auch wenn dieses Team einige schmerzhafte Abgänge hinnehmen musste. Denn das Team besteht nicht nur aus einigen Spielerinnen mit SPL1- oder sogar Nati-Erfahrung, auch die nachrückenden Jugendspielerinnen haben mit dem Schweizer Meistertitel in der U18 ihr Potential bereits unter Beweis gestellt. Auch von den am Ende der vergangenen Saison etwas schwankenden Leistungen darf man sich keineswegs täuschen lassen: man erinnere sich daran, dass die erste Mannschaft der Eagles auf Grund zahlreicher Verletzungssorgen die Topspielerinnen des SPL2-Teams natürlich zur Verstärkung des Kaders benötigt hat.

Und das eigene Team – die Youngsters vom LC Brühl? Trainer Martin Gerstenecker meint, es sei hier wichtig bescheiden und realistisch zu bleiben. Man sei ein hochtalentiertes Team mit enormem Potential in den Athletinnen, die – behutsam aufgebaut – viel erreichen können. Ausbildung und Entwicklung sind jedoch kein Sprint, vieles braucht Geduld, Fleiß, harte Arbeit und Erfahrungen. Dementsprechend wird der LC Brühl in seiner zweiten Mannschaft seiner Linie treu bleiben: Schritt für Schritt konsequent gehen, kurzfristige Rückschläge als Ansporn für die nächste Entwicklungsstufe akzeptieren. Auf diese Weise werden sich dann Erfolge mittelfristig zwangsläufig einstellen.

„Erfolg“ ist das, was „erfolgt“, wenn wir richtig denken und handeln.