(MS) Der LC Brühl Handball kehrte ohne Punkte vom Auswärtsspiel in Winterthur zurück. Die St. Gallerinnen verloren in der Eulachstadt gegen Yellow mit 28:30 (12:18). Brühl zog einen rabenschwarzen Tag ein und kassierte verdientermassen erstmals seit 2013 eine Niederlage gegen die Winterthurerinnen. 

Spielverlauf

Die Brühlerinnen gingen mit 1:0 in Führung, leisteten sich dann aber einige Fehlwürfe, so dass die Gastgeberinnen auf 5:1 (6.) davonziehen konnten. Drei Tore in Folge zum 4:5 liessen die Hoffnung auf eine schnelle Wende aufkeimen. Aber es zeichnete sich früh ab, dass es nicht der Nachmittag und das Spiel des LCB werden sollte. Sowohl die Umstellung auf eine 6:0-Deckung, wie auch der Torhüterinnenwechsel von Sladana Dokovic zu Fabia Schlachter oder verschiede personelle Wechsel verfehlten die gewünschte Wirkung. Zum Pausenpfiff standen den zwölf Treffern 16 nicht erfolgreiche Angriffe und eine um fast 50 Prozent schlechtere Verwertungsquote als die der Gegnerinnen gegenüber (42 zu 81 Prozent).

Brühl kam nach der Standpauke von Trainer Nicolaj Andersson spürbar gewillt aus der Kabine, die Hypothek wett zu machen. Während es in der Offensive nun besser klappte, schaffte es die Deckung aber nicht, Simona Grozdanovska (10/5) und Mina Vasic (9) zu stoppen. Erst die Umstellung auf eine Manndeckung gegen Vasic Mitte der zweiten Halbzeit brachte Yellow aus dem Tritt. Nach dem zwischenzeitlichen 16:24 verkürzte Brühl fünf Minuten vor dem Ende auf 26:28 und in der 56. Minute war der Ausgleich beim 27:28 erstmals seit dem 4:5 wieder in Reichweite. Allein, auch die Aufholjagd wollte den St. Gallerinnen an diesem Tag nicht komplett gelingen. In der Schlussminute liessen die Brühlerinnen nochmals zwei freie Würfe aus und mussten für einmal ihren Gegnerinnen den Siegesjubel überlassen.

Fazit

Nach 21 Erfolgen in Serie endete die mehr als acht Jahre andauernde Siegesserie der Brühlerinnen gegen Yellow Winterthur. Die Niederlage war zweifelsohne gerechtfertigt, zu fahrlässig agierte der LCB im Angriff, zu schwach war die Verteidigungsarbeit. An Chancen zum 22. Mal in Folge gegen Yellow zu gewinnen mangelte es am Sonntag nicht. Mehr als ein halbes Dutzend Latten- und Pfostentreffer und dazu drei verworfene 7-Meter standen am Ende auf dem Statistikblatt. Schwankende Leistungen waren und sind bei der jungen Equipe durchaus eingeplant, wie deutlich man aber phasenweise strauchelte, zeigt, welch grosse Arbeit noch vor dem Trainerteam und der Mannschaft liegt.

Personelles

Neuzugang Nikolina Cutura war erwartungsgemäss noch nicht spielberechtigt, ansonsten fehlten wie schon beim Auftaktspiel eine Woche zuvor Julia Forizs, Mathilde Schaefer, Patrizia Brunner und Stéphanie Lüscher. Für ein positives Ausrufezeichen am ansonsten tristen Handballsonntag sorgte Malin Altherr. Die Linkshänderin zeigte in ihrem zweiten Spiel nach Verletzungspause eine gute Offensivleistung und belohnte sich mit neun Treffern.

Stimmen zum Spiel

Nicolaj Andersson (Trainer): „Das Ergebnis spricht für sich und wir haben heute zwei Punkte verloren. Beim ganzen Team haben 20 Prozent gefehlt. Yellow hat von Anfang an gespürt, dass heute etwas zu holen war gegen uns. In der ersten Halbzeit hat bei uns nichts gepasst, unsere Gegnerinnen haben sich in ein Hoch gespielt und verdient mit sechs Toren geführt. Nach der Pause kämpften wir uns gut zurück. Aber die verworfenen Chancen vom Ende, als wir die Möglichkeit haben, doch noch zurück zu kommen, stehen sinnbildlich für unsere heutige Leistung. Ab morgen arbeiten wir intensiv daran, dass die fehlenden Prozent schon am Freitag wieder zurück sind und wir gegen Spono eine andere, bessere Leistung zeigen werden.“

Telegramm

Yellow Winterthur – LC Brühl Handball 30:28 (18:12)
Eulachhalle, Winterthur: 60 Zuschauer
Schiedsrichter: Häner/Maurer
Strafen: 3-Mal Zweiminuten gegen Yellow, 4-Mal Zweiminuten gegen Brühl
LC Brühl Handball: Dokovic (3 Paraden)/Schlachter (5 Paraden); Kernatsch (1), Pavic (3), Ackermann, Altherr (9/2), Wolff (3), Tomasini, Gutkowska (3), Hess (4), Baric (2), Simova (3).
Bemerkungen: Brühl ohne Forizs, Brunner, Lüscher, Schaefer (alle verletzt) und Cutura (noch nicht spielberechtigt).

So geht es weiter

Bereits am Freitag, 17. September, haben die Spielerinnen von Nicolaj Andersson die Möglichkeit, den Ausrutscher zu korrigieren. In der heimischen Kreuzbleiche wartet dann um 19.30 Uhr eine schwierige Aufgabe auf die Brühlerinnen. Zu Gast in St. Gallen sind die Spono Eagles, die bislang zwei Kantersiege einfahren konnten, dabei ein Torverhältnis von plus 23 aufweisen und auf Rang 1 in der Tabelle liegen.