(MS) Nicolaj Andersson startet in die zweite Saison als Cheftrainer der Brühler Frauen. Im Interview verrät der Däne seine aktuelle Stimmungslage nach dem Sieg im Supercup, erzählt von seinen Erwartungen an das SPL1-Team und beschreibt, wie sein Eindruck vom Brühler Nachwuchs ist.

Nico, wie ist deine Stimmung so kurz vor dem Saisonstart?
Nicolaj Andersson (NA): „Mit dem Erfolg im Supercup im Rücken ist die Stimmung bei mir aber vor allem auch in der Mannschaft sehr gut. Ich habe im Training in den letzten Tagen noch fröhlichere Spielerinnen als sonst erlebt. Aber uns ist bewusst, dass wir jetzt nach Vorne schauen müssen und den Fokus voll und ganz auf die Meisterschaft lenken werden.  Ein einzelner Sieg gegen Zug bringt uns keine 20 Punkte in der Liga, deshalb gilt es hart und demütig weiter zu arbeiten.“

Mit welchen Erwartungen gehst du in die neue Saison?
NA: „Ich habe in den Trainingsspielen und auch im Supercup viel Gutes von meinem Team gesehen. Wir haben ein Konzept, in dem die verschiedenen Spielerinnen ihre Stärken einbringen können und auch sollen. Wir haben viele unterschiedliche Typen von Spielerinnen und damit können wir es jedem Gegner sehr schwierig machen. Wer gegen uns antritt, soll merken, wozu wir fähig sind – das erwarte ich in jedem Spiel.“

Wie zufrieden bist du mit der Vorbereitung?
NA: „Wir haben gut trainiert und lehrreiche Spiele gehabt. Zunächst war das Ziel, als Gruppe enger zusammen zu wachsen. Hierbei haben wir auf und neben dem Spielfeld eine gute Entwicklung genommen. Glücklicherweise hat der Supercupsieg auch gezeigt, dass wir schon jetzt, obwohl wir noch nicht am Ende unserer spielerischen Entwicklung im Training sind, erfolgreich sein können.“

Wer oder was hat dich bis jetzt positiv überrascht?
NA: „Ich bin beeindruckt, wie gut unsere jungen Spielerinnen schon jetzt und in der Kürze ihre verantwortungsvollen Rollen angenommen haben. Es ist nicht einfach, sich in einem neuen Team oder einer neuen Ordnung auf dem Feld zurecht zu finden. Sie machen es bis jetzt dennoch schon richtig klasse und schaffen es dabei sowohl etwas zum Kollektiv beizutragen als auch dabei ihre individuellen Fähigkeiten weiter zu verbessern.“

Wie ordnest du den Supercupsieg ein und was bringt der Titel für die bevorstehende Saison?
NA: „Der Sieg im Supercup ist sehr wichtig für uns als Mannschaft und den Verein, um mit einem guten Gefühl in die Saison starten zu können. Es bringt uns viel Selbstvertrauen und schafft eine gute Basis auf der wir aufbauen können. Uns allen ist aber klar, dass wir ab jetzt wieder jedes Spiel aufs Neue die Leistung abrufen müssen und uns der Titel keine Arbeit abnimmt.“

Wie schätzt du den Brühler Auftaktgegner GC Amicitia Zürich ein?
NA: „Es wird ein spannendes Spiel, denn ehrlich gesagt wissen wir nicht wirklich, was für ein Gegner uns am Samstag erwartet. Zürich hat viele Veränderungen im Team und auch im Staff gehabt. Letztes Jahr hat Laurentia (Wolff), die jetzt bei uns ist, im Spielaufbau viel Verantwortung übernommen, allein schon das muss GC Amicitia neu verteilen. Es ist immer spannend, wer sich dann wie in den Vordergrund spielt. Unser Matchplan ist, dass wir uns voll und ganz auf uns konzentrieren und unser Spiel, das noch viel Luft nach oben hat, bestmöglich umsetzen.“

Bei GC Amicitia ist neu auch ein Däne, Kent Ballegaard, als Cheftrainer aktiv. Hattest du schon Zeit für einen Austausch mit ihm?
NA: „Ich habe natürlich mitbekommen, dass Kent Ballegaard in Zürich übernommen hat. Klar kenne ich ihn vom Namen her, aber persönlich hatten wir bislang noch keinen Kontakt. Ich denke, dass wir am Samstag ein paar dänische Wörter austauschen werden.“

Am Wochenende starten mehrere Brühler Teams in die Saison. Wie blickst du ganz generell auf die anderen Mannschaften und den Verein?
NA: “ Ich freue mich über die Nachwuchsarbeit und finde, dass die Leute im Hintergrund einen sehr guten Job machen. Jetzt nach einem Jahr verstehe ich den Aufwand und das, was die Verantwortlichen leisten, immer besser. Ihr Engagement macht es uns Trainern leichter, uns auf unsere Arbeit fokussieren zu können. Gerade bei vielen Juniorinnen sieht man über die letzten Monate eine gute Entwicklung und es ist toll, dass wir teamübergreifend arbeiten können. Der Austausch zwischen den Trainern der verschiedenen Altersstufen ist gut und auch die Einheiten, die ich bei und mit den Juniorinnen durchführen kann, bringen uns alle weiter.

Darüber hinaus freue ich mich, dass der Verein den Wunsch unseren SPL1-Staff zu optimieren, sehr offen angegangen ist und optimal gelöst hat. Mit Adrian Müller, Lubomir Svajlen, Yves Rohner und den neuen Physios Mia (Djuraas) und Vivianne (Burandt) haben wir eine Spitzentruppe zusammen, die das Team hoffentlich noch weiter voran bringt.“