Die Coronakrise beendete die lange Handballkarriere von Laura Schmitt vorzeitig. Schmitt stiess aus die Saison 2017/18 zu den Brühlerinnen. Die deutsche Linkshänderin kam damals mit einer schweren Kreuzbandverletzung und wechselte auch gleich noch in ein anderes Land. Während ihrer Zeit in St. Gallen holte sich die 34-Jährige mit dem Brühler Team einen Meistertitel und durfte zweimal den Supercup-Sieg feiern. Nun blickt Schmitt im Interview auf ihre Handballkarriere und ihre Aktivzeit beim LC Brühl zurück.

Laura Schmitt wie fühlt es sich an, jetzt da deine Karriere so unerwartet früh zu Ende ist?

Ich glaube man kann das noch gar nicht so richtig realisieren, da es für alle ein unerwartetes Ende der Saison war. Im Moment geht es mir sehr gut. Ich habe mich schon lange damit auseinandergesetzt, dass ich meine Aktivkarriere beenden werde. Natürliche wäre es viel schöner gewesen, noch einmal in den Playoffs zu stehen und den Meistertitel gewinnen zu können. Denn eigentlich hätte ja erst jetzt die spannende Phase der Saison begonnen.

Warum hast du dich für den Rücktritt aus dem Spitzensport entschieden?

Ich habe mich dafür entschieden, weil ich es einfach gespürt habe. Ich habe oft über freie Wochenenden nachgedacht, an denen ich meine Familie und Freunde im Ausland und hier besuchen und somit spontaner hätte sein können. Ausserdem sind vereinzelte Spielerinnen mittlerweile fast 20 Jahre jünger als ich, darüber muss ich manchmal lachen😊. Ich fühle mich fit und Handball macht mir nach wie vor Spass, es ist also keine Entscheidung gegen den Handball. Handball ist nach wie vor meine absolute Leidenschaft und wird immer Teil meines Lebens sein.

Kann ein so ehrgeiziger Mensch wie du überhaupt ohne Spitzensport leben?
Ich bin sehr gespannt, wie das ohne Spitzensport wird. Mein ganzes Leben habe ich auf Leistungssportebene Sport getrieben. Ich ertappe mich auch jetzt während des Trainings zu Hause, dass ich beim Joggen immer schneller und weiter laufen will und mir schon wieder Ziele setze. Wahrscheinlich geht es nie ganz ohne 😉

Du bist 2018 von Deutschland in die Schweiz zum LC Brühl gekommen. Was waren deine ersten Eindrücke von uns Schweizern?
Ich war sehr gespannt auf die Schweiz, was die Unterschiede sind und wie ich mich einleben werde. Da ich auch aus einer Verletzung kam, was es nicht ganz so einfach für mich und man musste sich erst einfinden. Ich war vorher noch nie verletzt und deshalb sehr ungeduldig. Aber ich wurde super aufgenommen und habe schnell Freunde gefunden, die mir geraten haben, ich solle doch mal das Wort «Gummihals» googeln (Danke Obi, Jessi, Azra und Uschi!) 😉 Ich habe euch Schweizer lieben gelernt und fühle mich sehr wohl hier und gerade auch beim LC Brühl. Der Verein hat mich sehr toll aufgenommen und ich bin stolz, dass ich hier spielen durfte!

Was war das schönste Erlebnis deiner gesamten Handballkarriere?
Ganz klar war mein schönstes Erlebnis der Meistertitel der letzten Saison. Ich habe noch nie so etwas emotionale und aufregendes erlebt. Das war Gefühlschaos pur! * Gerade nach der Verletzung noch einmal die Playoff spielen zu dürfen, dafür war ich dem Team so dankbar, denn sie haben mir das ermöglicht. Das werde ich nie vergessen und dann och den Pokal hochzuhalten, das war ein unglaubliches Gefühl!
Ich hatte aber insgesamt viele schöne Handballmomente während meiner Aktivzeit: Den Aufstieg mit Mainz in die 2. Liga, EHF-Cup Spiele (nicht immer ganz so toll, aber trotzdem eine schöne Erinnerung 😉). Ich habe so viele wunderbare Menschen kennengelernt und habe tatsächlich über 30 Jahre Handball gespielt. Oh mein Gott (lacht)!

* Anmerkung des LC Brühl: Schmitt zog sich in der besagten Saison erneut einen Kreuzbandriss zu, kämpfte sich zurück und stand nach nur fünf Monaten im Playoff-Final erneut auf dem Spielfeld. Mit ihren 10 Toren aus 11 Versuchen trug sie massgeblich zum Titelgewinn bei.

Liebe Schmiddi vielen Dank fürs Interview! Wir wünschen dir für deine Zukunft neben dem Spielfeld alles Gute und freuen uns, dich auch als Zuschauerin mal in der Halle anzutreffen!