Fabienne Tomasini steuert im Trikot des LC Brühl St. Gallen der erfolgreichen Titelverteidigung entgegen. In dieser Saison warf die 22-jährige Lustenauerin bereits 47 Tore.

(veröffentlicht von Jochen Dünser in den Vorarlberger Nachrichten am 31. Januar 2020)

Über eine makellose Momentaufnahme dürfen sich zwei der insgesamt vier Vorarlberger Legionäre in der höchsten Handballliga der Schweiz freuen. Nach den starken Leistungen im Nationalteam bei der EURO 2020 hat der Harder Lukas Herburger bei der Rückkehr ins Alltagsgeschäft im Trikot der Kadetten Schaffhausen die Erfolgsschiene beibehalten. Mit einem 33:20-Kantersieg beim BSV Bern festigen die von Ex-Hard-Coach Petr Hrachovec betreuten Kadetten ihre Leaderposition in der Swiss Handball League und haben nach 18 von 27 Spieltagen fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger Pfadi Winterthur. Der 25-jährige Herburger, der beim Verein wie im Nationalteam im Deckungszentrum zum Einsatz kommt, brachte es bislang auf 13 Tore. Erklärtes Ziel von Schaffhausen in dieser Saison ist der totale Triumph. Den Supercup haben die Kadetten bereits zu Saisonbeginn geholt, im Cupfinale am 15. März treffen sie auf Suhr-Aarau und in der Meisterschaft deutet alles auf eine erfolgreiche Titelverteidgung hin.
Mit Julian Rauch und Frederic Wüstner stehen zwei Vorarlberger im Team des TSV St. Otmar St. Gallen. Der Traditionsverein aus der Ostschweiz nimmt mit zehn Punkten Rückstand auf die Kadetten den vierten Tabellenrang ein. Während Abwehrspezialist Wüstner 14 Saisontreffer zu Buche stehen hat, erzielte Flügelspieler Rauch bislang fünf Treffer.

Überragendes Torverhältnis
Das Ebenbild zu den Kadetten ist in der Spar Premium League der Frauen des LC Brühl St. Gallen, in dessen Reihen die Lustenauerin Fabienne Tomasini mitwirkt. Mit 13 Siegen in 14 Partien und einem Torverhältnis von 480:288 ist der regierende Meister in souveräner Manier als Erster in die Finalrunde der Top-4-Klubs eingezogen. Beim 41:23-Kantersieg am letzten Spieltag gegen Yellow Winterthur war Tomasini mit neun Treffern Toksorerin. Bei Halbzeit ihrer zweiten Saison im Trikot des LC Brühl hält die 22-jährige Linkshänderin, die primär auf der Flügelposition eingesetzt wird, bei 47 Volltreffern und zählt damit Top-5-Torschützin ihrer Mannschaft.

27 Volltreffer im Europacup
Nach einer knapp zweijährigen Leidenszeit, bedingt durch Operation wegen eines Tarsaltunnelsyndroms an beiden Beinen, durfte sich in den letzten Wochen auch die 29 Jahre Lustenauerin Beate Scheffknecht über ein erfolgreiches Comeback auf der Handballbühne freuen. Die wurfgewaltige Rechtshänderin, die nach Stationen bei Nürnberg (2008/09), Bietigheim (2009 bis 2011), Göppingen (2011 bis 2015) die fünfte Saison beim deutschen Rekordmeister Thüringer HC unter Vertrag steht, zeigte seit Jahresbeginn bei den vier Partien in der Gruppenphase des EHF-Cup groß auf, brachte es auf insgesamt 27 Tore und trug maßgeblich dazu bei, dass ihr Klub vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert ist.

Sowohl Scheffknecht als auch Tomasini gelten als Fixstarterinnen, wenn Österreichs Frauenteam in der Quali für die EM-Endrunde im Dezember 2020 am 28. März in Bregenz auf Griechenland trifft.-