SPL1: Mit einem Kantersieg zurück an die Tabellenspitze

Der LC Brühl Handball hat sein Auswärtsspiel in der SPAR Premium League 1 (SPL1) bei GC Amicitia Zürich souverän gewonnen und damit die Tabellenführung zurückerobert. Die Brühlerinnen deklassierten, angeführt von der 14-fachen Torschützin Dimitra Hess, die Zürcherinnen mit 42:17 (22:7) und jubelten über den sechsten Saisonsieg im achten Spiel.

Spielverlauf

Brühl startete dominant in die Partie, führte zunächst mit 3:0 (3.), wenig später mit 9:3 (11.) und nach der Startviertelstunde bereits mit 13:4. Das veranlasste Zürich-Trainer Kent Ballegard nach 15 Minuten bereits sein zweites Timeout einzufordern. Zu deutlich war die Überlegenheit der St. Gallerinnen, zu präsent die Brühlerinnen in der Abwehr und zu ideenlos die Zürcherinnen im Angriff, obschon sie von der ersten Minute an mit sieben Feldspielerinnen agierten. Dies setzten die Gastgeberinnen auch nach der zweiten Auszeit wenig erfolgreich fort. Vielmehr konnte Brühl ein ums andere Mal problemlos ins verwaiste Zürcher Tor einnetzen. Entsprechend wuchs der Vorsprung bis zur Pause immer weiter bis auf 15 Tore an.

Nach einem Mini-Loch von mehr als vier Minuten ohne eigenen Treffer zum Start in die zweite Halbzeit, fanden die Brühlerinnen aber schnell wieder in die Spur. Speziell Dimitra Hess drehte nach dem Seitenwechsel auf und markierte elf ihrer 14 Treffer im zweiten Durchgang. Nebst der Flügelspielerin erzielten neun weitere Feldspielerinnen mindestens einen Treffer. Trainer Nicolaj Andersson nutze den grossen Vorsprung um alle einsatzfähigen Spielerinnen aufs Feld zu schicken. Dies nutzten unter anderem die bis vor Kurzem noch Verletzten Julia Forizs und Patrizia Brunner um ihren jeweils ersten Saisontreffer zu erzielen. Die St. Gallerinnen zogen ihr Spiel trotz mehrerer Wechsel bis zum Ende durch und knackten dadurch auch die 40-Tore-Marke.

Aufgefallen

Die Brühlerinnen waren von der ersten Minute an auf der Höhe und schafften es von Beginn an mit voller Konzentration und maximaler Leistungsbereitschaft aufzutreten. Entsprechend schnell schafften sich die St. Gallerinnen damit ein sicheres Polster. Das risikoreiche Zürcher Spiel ohne Torhüterin half dabei durchaus mit, soll aber den fokussierten Auftritt des LCB in keiner Weise schmälern. Herausragend präsentierte sich Dimitra Hess, die bei 14 Abschlüssen ohne Fehlwurf blieb und mit 14 Treffern die unangefochtene Topscorerin der Partie wurde.

Fazit

Ein Klassenunterschied bot sich dem Publikum am Samstagabend in der Zürcher Saalsporthalle. Brühl lies zu keiner Zeit Zweifel am Auswärtssieg aufkommen und spielte GC Amicitia förmlich an die Wand. Der Sieg war auch in der Höhe verdient und bringt die St. Gallerinnen zurück an die Tabellenspitze. Für die Ostschweizerinnen war es der sechste Saisonerfolg im achten Meisterschaftsspiel.

Stimmen zum Spiel

Nicolaj Andersson (Trainer): „Es ist immer schön, einen hohen Sieg einzufahren. So klar und deutlich haben wir diese Saison noch kein Spiel gewinnen können. Entsprechend zufrieden bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft. Wir waren über die gesamte Spielzeit hinweg konzentriert und fokussiert. Alle Spielerinnen, sowohl die, die viele Einsatzminuten hatten, wie auch die, die während der Partie eingewechselt wurden, haben gezeigt, zu was sie fähig sind. Nur deshalb konnten wir das Resultat heute so deutlich gestalten. Das ist schön und freut mich für alle meine Spielerinnen.“

Telegramm

GC Amicitia Zürich – LC Brühl Handball 17:42 (7:22)
Saalsporthalle, Zürich: 65 Zuschauer
Schiedsrichter: Hasler/Hungerbühler
Strafen: keine Zeitstrafe gegen Brühl, 4-Mal Zweiminuten gegen Zürich.
LC Brühl Handball: Dokovic/Schlachter (15 Paraden); Kernatsch (4), Brunner (1), Pavic (5), Ackermann, Altherr (6), Wolff (4/2), Tomasini (4), Lüscher, Hess (14/1), Cutura (1), Forizs (1), Baric (1).
Bemerkungen: Brühl ohne Schaefer, Gutkowska (beide verletzt) und Simova (krank); Dokovic und Lüscher nicht eingesetzt.

So geht es weiter

Am kommenden Samstag, 20. November, treten die Brühlerinnen um 17.30 Uhr zum letzten Meisterschaftsspiel im Jahr 2021 an. Bevor es in die obligatorische Nationalmannschaftspause im Dezember geht, misst sich der LCB noch mit Yellow Winterthur. Die Eulachstädterinnen fügten Brühl im September die bis anhin einzige Niederlage in der Liga zu. Grund genug, sich kurz vor der Winterpause dafür zu revanchieren.

Text: Matthias Schlageter, Bild: FOTO Wagner